LOGO -DCLI - Centre International Lebret-Irfed

Accueil du site > Documents > deutsch

Vorstellung des Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed

Wir stellen das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ vor

Das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ definiert sich als ein internationales Netzwerk von Personen, die ihrerseits aktiv die Entwicklungsarbeit fördern, durch ihr Engagement mit Blick auf soziale Veränderungen innerhalb verschiedener Institutionen. Diese Personen teilen gemeinsame Grundüberzeugungen und rüsten sich dafür aus, ihre Überzeugung an ihrem Handeln zu überprüfen. Dieses Netz steht naturgemäss jeder Person offen.

Konzipiert als internationaler Verein nach schweizerischem Recht (ZGB Art. 60 ff.) und nach französischem Recht (Gesetz über die Vereine von 1901), zählt das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ Mitglieder aus zahlreichen Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik, wie auch aus dem Pazifik und Europa.

Thematische Ausrichtungen

Die Interessensfelder des Netzwerkes „Lebret“ gehen namentlich in drei Richtungen :
-  Spiritualität und Identität
-  Mikroprojekt und Globalpolitik
-  Legitimität und Repräsentativität

Betriebsstruktur

Um die Verbindung zwischen den verschiedenen Mitgliedern des „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ herzustellen, besteht eine flexible und relativ leichte Struktur :
-  vier Angestellte, vollzeitlich oder teilzeitlich (insgesamt 3 Vollzeitstellen), die in Paris arbeiten und durch eine Gruppe von Freiwilligen unterstützt werden,
- eine Gruppe in Genf mit einer Teilzeitangestellten, ebenfalls von Freiwilligen unterstützt.

Inspiration des „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“

Das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ nimmt das Gedankengut von Louis Joseph Lebret auf, der sich in der Mitte des 20. Jahrhundert als Spezialist der Humanwirtschaft auszeichnete, indem er die Entwicklungsdynamik in den Dienst „jedes Menschen und aller Menschen“ gestellt sehen wollte. Damit richtete er den Entwicklungsbegriff auf die menschliche Person aus mit all seinen Dimensionen, also auch der spirituellen ; es ging ihm darum, den Beitrag jedes einzelnen Individuums („jedes Menschen“) einzubeziehen wie auch seine Teilnahme an kollektiven Dimensionen („aller Menschen“).

Das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ möchte auf internationaler Ebene seinen Beitrag erbringen, sowohl mit seinen Methoden die Praxis der gesellschaftlichen Veränderungen zu analysieren als auch mit seinem Diskurs darüber. Dies geschieht im Dialog mit Akteuren vor Ort wie auch mit Akteuren und Verantwortlichen von internationalen und regionalen Organisationen.

Entsprechend der ursprünglichen Inspiration, erkennen sich die Mitglieder des Netzes Lebret darin, dass sie die Gerechtigkeit zu fördern suchen wie auch die Solidarität und den Respekt des Andern (Einzelperson, Gruppe, Volk) leben. Ihr Handeln sucht die gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken in einem Geist, die einem verantwortlichen Engagement entspringt. Angesichts eines globalisierten international geprägten Kontextes erachten die Mitglieder des Netzes den Dialog zwischen den Kulturen als wesentlich. Sie verfolgen nach wie vor die Utopie der brüderlichen Kooperation zwischen den Menschen und den Völkern.

Struktur und Methode

Die Netzwerkteilnehmer aus allen Kontinenten tauschen dank der Struktur des Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed ganz verschiedenartige Engagements und Erfahrungen aus, und vermögen diese jedoch auf Grund ihrer gemeinsamen Inspiration zu vergleichen. Es verbindet sie die Dynamik, die der Aktionsforschung innewohnt.

Die Methode der Aktionsforschung dient als Referenz für die Aktivitäten und Produktionen des „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ : Sie wird namentlich angewandt
-  in den Seminarien, Kolloquien, Ateliers, Konferenzen in den verschiedenen Regionen der Welt,
-  in den Publikationen der Zeitschrift „Foi et Développement“ (Glaube und Entwicklung) - seit 1972 sind mehr als 300 Nummern erschienen - wovon einige in verschiedene Sprachen übersetzt sind,
-  in den spezifischen Dokumenten, die vom „Centre“ herausgegeben werden, z.T. auch in mehreren Sprachen.

Louis Joseph Lebret (1897 – 1966), Dominikaner, begann seine internationale Laufbahn während grossen weltpolitischen Umwälzungen : zweiter Weltkrieg und die Wiederaufbau-phase danach, die Dekolonisation und Unabhängigkeitsbewegungen. Er war Experte bei der noch jungen UNCTAD (1964), Ratgeber im 2. Vatikanischen Konzil (1962 – 1965), als solcher inspirierte er die Enzyklika „Populorum Progressio“ (1967). In diesem Sinne war er ebenso sehr Visionär, Denker, Forscher, wie Mann der Tat und der grossen Bewegungen.

Historischer Kontext

Gestern : Nach dem 2. Weltkrieg und in der Polarisierung des Kalten Krieges beobachtete man in den westlichen Ländern ein erstaunliches Wirtschaftswachstum und eine grosse Produktivität, die gestützt war von einer Ideologie des ununterbrochenen Fortschrittes.

Nach der Entkolonialisierungs- und Unabhängigkeitsbewegung in den 50er und 60er Jahren stellt man fest, dass die Ungleichheiten zwischen den Nationen sich nicht etwa ausgleichen sondern sich immer mehr vergrössern. Gewisse jener Länder, die man damals „unterentwickelt“ oder „Drittweltländer“ nannte, später auch „Südländer“, tauchen nun in der internationalen Politik auf.

Seit der internationalen Ölkrise in den 70er Jahren ist man sich der Ungleichheiten und der Arbeitslosigkeit in den industrialisierten Ländern des Nordens bewusst geworden. Aber auch innerhalb der Südländer entdeckte man Gesellschaftsschichten voller Prosperität, analog dem Modell des Nordens. In der nördlichen wie in der südlichen Hemisphäre wuchsen die Ungleichheiten zwischen den Nationen und innerhalb jeder Nation.

Am Ende der 80er Jahre implodierte und zerfiel das wirtschaftliche und politische System des europäischen Ostens.

So suchten in den 1990er Jahren sowohl die sogenannten „Industrie-“, wie die „sozialistischen Länder“ und ebenso die „Entwicklungsländer“ ein neues Gleichgewicht. Der Norden wie der Süden, der Osten wie der Westen fanden sich im grossen System der Globalisierung ein.

Heute : Diese Situation hat ambivalente Wirkungen :

- Sie drückt sich aus in einem Wirtschafts- und Finanzsystem, das den Markt zum obersten Richter erklärt. Die negativen Wirkungen dieses Prozesses fühlt man immer deutlicher. Diese Entwicklung kann zur Vergrösserung des Reichtums führen, aber sie verbreitert mit der Reichtumskonzentration auch den Graben zwischen Arm und Reich. Dabei senkt sich das Armutsniveau bedenklich und führt zu extremen menschlichem Leid und zu kultureller Zerstörung.

- Gleichzeitig beobachtet man Widerstand und Differenzbejahung, kulturelle Verankerung, Freiheitsdrang der Völker, Anerkennung der Verschiedenheiten und Dialog unter ihnen, sowie Austausch von Initiativen auf jedem Niveau. Was die gesellschaftlichen Kräfte betrifft, stellt man fest, dass der Ausdruck der Zivilgesellschaft sich vervielfacht hat. Viele neue gesellschaftliche Kräfte sind entstanden, sei es auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene. Diese können, dank dem Bewusstsein einer immer komplexeren und globaleren Vernetzung, die Hoffnung aufkommen lassen, dass eine andere Welt möglich ist.

- Und schliesslich, seit dem 11. September 2001, scheinen Christen und Muslime dazu zu neigen, sich gegenseitig als Gefahr wahrzunehmen. Dabei gehören 95 % der Muslime dem „Süden“ an und/oder sind Einwanderer in einigen Ländern des „Nordens“. In nicht wenigen Ländern der sogenannten „Dritten Welt“ leben Christen und Muslime miteinander. Sie sind abhängig von denselben Problemen der Unterentwicklung wie der Armut, der sozialen Ungerechtigkeit, und der Verschlechterung der Umweltbedingungen. Aber der islamisch-christliche Dialog über die Unterentwicklung ist unabdingbar. Er ist jedoch notwendig und stellt ohne Zweifel selbst eine Bedingung dar für die Zukunft unseres Planeten, trotz den Schwierigkeiten, die er in sich birgt.

Die Ausrichtungen des „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“

Das „Centre Lebret“ versteht die Entwicklungsdynamik als ein langwährender Prozess und nicht bloss als ein Ergebnis. Sie bezieht alle Dimensionen ein (sozial, wirtschaftlich, politisch, kulturell, etc.).

Das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ fördert die menschliche Begegnung jener Aktöre, die die soziale Realität verändern. Diese Begegnung schafft eine geistige Öffnung, bereichert die Handlungs- sowie die Reflexionsebene, und gibt eine universelle Dimension durch den Austausch der gegenseitigen Kenntnisse, Erfahrungen und Überlegungen ; ohne sie zu vermischen werden Herkunft und Kulturkontexte respektiert.

Das „Centre“ stellt seinen Beteiligten einen Reflexionsort und analytische Methoden für die jeweiligen Handlungen zur Verfügung. Dabei achtet es unablässig darauf, sein methodisches Instrumentarium zwischen Reflexion und Handlung zu verfeinern. Dies geschieht mittels Begegnungen und Publikationen. Die Aktionsforschung stellt für die Beteiligten eine immerwährende Ausbildung dar, die die eigenen Handlungen begleitet und qualifiziert. Es werden dabei folgende Schritte beachtet :
- Erfahrungen und Stellungsnahmen vorgestellt,
- Analysen im Licht einer internationalen Perspektive erstellt, wobei die Praxis auf Dauer, Komplexität und Allgemeingültigkeit ausgerichtet ist,
- die Erfahrungen und die Analysen der lokalen Praxis auf internationales Niveau übertragen,
- die einzelnen Beiträge und Kenntnisse durch die gegenseitige Beeinflussung befruchtet,
- neue Wissensfelder erarbeitet und übertragen.

Das „Centre“ fördert die Begegnung und den Austausch von Praktikern unter sich, aber auch mit Vertretern internationaler Organisationen. Beide Teilnehmergruppen wünschen sich diesen Dienst . Wenn sich tatsächlich die Optik der Praktiker der sozialen Veränderungen und der Engagierten der internationalen Organisationen kreuzen, wird jeder der Betroffenen auf seine Verantwortung zurückverwiesen, wird qualifiziert in seinem Tun und aufmerksam gemacht auf neue Möglichkeiten.

Das „Centre“ erstellt und versendet Synthesepapiere und Zeitschriften, die die Theorien vertiefen und jedem Distanz zur eigenen Praxis erlauben. Auf Makroebene können so Forderungen eingeführt werden, die auf Erfahrungswerte der Zivilgesellschaft in der Mikroebene fussen.

Spezifische Themen

Themenbereich : Spiritualität und Identität

Die Globalisierung, die sich vor allem an wirtschaftlichen und finanziellen Kriterien orientiert, gibt der menschlichen Gesellschaft keine Antwort auf die Sinnfrage.

Die Spiritualitäten jedoch mit all ihren Unterschieden sind ein Teil des menschlichen Erbes und konstitutiv für den interkulturellen Dialog. Keine Kultur kann alle Potentialitäten zur Verfügung stellen. Jede sieht sich im Kontakt mit anderen genötigt sich anregen zu lassen. Zu beachten ist, dass kein Hierarchiegefälle der spirituellen und kulturellen Differenzen existiert oder gar versucht werden kann, eine Vorherrschaft zu errichten : gefragt ist ein Dialog unter Gleichberechtigten.

Die Suche nach Lösungen sollte eine gemeinsame Sache der ganzen Menschheit sein. Dies muss also auch eingeschrieben sein im interreligiösen Dialog, in der reichen Tradition ethischer Überlegung der verschiedenen Glaubensgemeinschaften. Die Suche beachtet zudem interdisziplinäre und interkulturelle Forschungsansätze.

Die so verschiedenen kulturellen Wurzeln und Geistigkeiten, die das Engagement der Partner im Netzwerk des „Centre Lebret“ ausmachen, veranlassen das „Centre“ um so mehr den Zusammenhang zu beleuchten, der zwischen dem Prozess der Globalisierung und den verschiedenen Geistesströmungen besteht. Diese legen in begründendem oder erhellendem Sinn die Voraussetzungen für ein Bewusstsein das ändern kann und ändert im Hinblick auf eine gerechtere Gesellschaft, und die für Männer und Frauen „Weltlichkeit“ anstrebt.

Themenbereich : Territorium und Teilnahme

„Tausend Projekte machen noch nicht die Entwicklung aus“, vor allem wenn es sich um eine Fülle kleiner Projekte handelt, die unter sich keinen Zusammenhang haben und nicht politisch auf eine lokale, regionale oder nationale Dimension ausgerichtet sind.

Im Globalisierungsprozess sind zweifellos gewisse lokale Dimensionen übergangen worden. Demgegenüber hat man die Erfahrung gemacht, dass gerade die Aktionen auf lokaler Ebene die wirkungsvollsten Folgen haben und zugleich im Einflussbereich der Handelnden bleiben. Die Folgen ihrer Aktionen zeigen soziale Veränderungen, die eine vielversprechende weltweite Entwicklung verheissen lassen.

Demnach sollten sich die öffentliche Hand und die Entscheidungsstrukturen so öffnen, dass sie die Empfehlungen, Ratschläge und auch die Teilnahme der Veränderungsträger aufnehmen können ; dass sie die Erfahrungen dieser Engagierten auf dem jeweiligen Niveau entgegennehmen (Quartier, Stadt, städtische Agglomeration, Erziehungsbereich, Gesundheitswesen, etc.). Es wäre so wichtig die Randständigkeit der je Betroffenen aufzubrechen in welcher sie nur allzu häufig noch stecken. Im sozialen und territorialen Bereich zeigt sich sehr häufig eine Spannung zwischen dem Aspekt des „globalen“ und „lokalen“. Dies verlangt ein immerwährendes Aushandeln zwischen den lokalen Gesellschaftsgruppen, die ihr Bedürfnis anmelden und den Verantwortlichen, die die entsprechenden Rahmenbedingungen erstellen müssen.

Wenn die Globalisierung durch grosse internationale Verträge bewältigt werden soll, dann ist es auch nur möglich, die Entwicklung mit der Initiative und Selbstorganisation der Bevölkerung auf lokaler und regionaler Ebene voranzutreiben.

Es geht um das Gelingen einer doppelten Artikulation :
-  die Entwicklungsprojekte unter sich, reich in ihrer Verschiedenartigkeit,
-  die Experimente in Verbindung mit den verschiedenen Zuständigkeitsinstanzen, die sie betreffen.

Themenbereich : Legitimation und Repräsentation

Folgende Gedanken haben sich zu zentralen Themen entwickelt :
-  einerseits das Gewicht und die Aufgabe der Zivilgesellschaft. Ihre Anerkennung durch die Öffentliche Hand und die Risiken, durch diese vereinnahmt zu werden,
-  andererseits die Tatsache dass viele Regierungen nur über eine relative Legitimität und Repräsentativität verfügen, und die nicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen. Beides führt uns dazu, über Legitimität und Repräsentation nachzudenken.

Im Übrigen erweist es sich, dass die Zivilgesellschaft sich oft als besonders wirksam in Krisensituationen zeigt. Es wäre jedoch nötig abzuklären, was man unter „Zivilgesellschaft“ versteht : Müssen die verschiedenen Vereinigungen - die Vereine, NGO, Gewerkschaften, Kooperativen, Kirchen, Universitäten, Parteien – unterschieden werden und wie ? Sind die Gemeindeverwaltungen auf der Seite der Zivilgesellschaft oder sind sie Teil der „öffentlichen Hand“ ?

Neuere Tätigkeitsfelder des „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“

Internationale Zusammenkünfte und die dazugehörigen Dokumente

Im Allgemeinen verfolgen die Treffen drei Ziele :

- Austausch und Analyse der Handlungen ausgehend von Akteuren, die die Gesellschaft zu verändern suchen, und von Vertretern internationaler Organisationen ermöglichen,
- Lösungsvorschläge zusammentragen betreffend einer aktuellen Frage, die von einer Organisation der UNO (UNCTAD, Internationales Arbeitsamt, usw.) oder von einer Kontinentalorganisation (z.B. ASEM : Asia-Europe Meeting) behandelt werden,
- das eigene Netzwerk verstärken

Nach allen Zusammenkünften werden Berichte oder Publikationen erstellt und intern oder öffentlich in Umlauf gesetzt, mit der Absicht, die Diskussion zu beleben.

Als Beispiel diene der hunderste Geburtstag von Louis-Joseph Lebret ; an jenem Gedenktag, bot sich die Gelegenheit, rück- und vorausblickend das Thema „Humane Wirtschaft und die Dynamik der Entwicklung im Zeitalter der Globalisierung“ anzugehen. Es versammelten sich in der UNESCO (Paris) 350 Personen. Diese konnten ermessen, wie sehr die Ideen von L.-J. Lebret bis heute aktuell geblieben sind. Die Beiträge an diesem Kolloquium wurden festgehalten in einer entsprechenden Schrift.

Eine erste Thematische Ausrichtung : „Spiritualität und Identität“

Mit Hilfe der Praxisforschung wurde eine Studie ausgearbeitet über „die Indikatoren, der spirituellen Dimension in der menschlichen Entwicklung“. Mit provisorischen Werkzeugen wurde mit Gruppen in Madagaskar, in Chile und Tansania Tests durchgeführt. Ein Atelier in Karur/Indien erlaubte 1999, die Ergebnisse zu vergleichen und zu erweitern. Ein vorläufiger Rapport (1999) war bestimmt, zum Bericht der Weltbank über „Die Armut reduzieren“ beizutragen.

Das Atelier in Yogyakarta von 2000 hatte das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ gemeinsam organisiert mit einer indonesischen Partnerorganisation und vereinigte Teilnehmer aus Indonesien, Thaïland, Burma und Südkorea. Die Absicht war, das gegenseitige Verständnis bezüglich der in Asien so unterschiedlichen Auffassung zwischen Spiritualität und Sozialengagement zu fördern. Dieses Treffen war eine konkrete Vorbereitung zur Versammlung in Seoul.

Das Atelier in Seoul im Jahr 2000 erlaubte, dass – im Vorfeld des Gipfels ASEM III, welche die Staatschefs von Europa und Asien vereinigte – dass 800 Personen aus 33 Ländern und 95 Organisationsvertreter aus der Zivilgesellschaft zusammenkamen. Es galt die Stimme der Zivilgesellschaft im Rahmen der ASEM vernehmen zu lassen. Dank der Vorbereitung in Yogyakarta waren die Teilnehmer des Netzwerkes sehr aktiv im Atelier in Seoul betreffend „Spiritualität und Globalisierung“. Dem „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ oblag die Repräsentation der französischen Koordination innerhalb des internationalen Komitees der Organisation.

Seit den Ereignissen des 11. September 2001 (vgl. oben „Überblick heute“) ist die Ausrichtung auf dieses Thema noch verstärkt worden. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass diese Begegnungen oft der einzige Ort sind, in welchen die in der Gesellschaft Engagierten, die in verschiedenen religiösen Umfeldern wirken, sich näher kommen können und im Gespräch jene nötige Freiheit finden, die ihre Suche bereichert und den Dialog so fruchtbar macht.

Zur zweiten thematische Ausrichtung : Mikroprojekte und Globalwirtschaft, Legitimität und Repräsentativität

Ein Atelier in China im Jahr 2000 : 15 Chinesen und etwa gleichviel weitere Teilnehmer (aus Südkorea, Kambodscha, Philippinen, Indien, Vietnam, Uruguay, Brasilien, Togo und Madagaskar) studierten zusammen die Entwicklung der Gesellschaft innerhalb der Globalisierung. Die verschiedenen Beiträge wurden zusammengefasst im Dokument : „In Hinblick auf eine demokratische Kontrolle der Globalisierung“ und als Beitrag eingebracht anlässlich der Generalversammlung der Vereinigten Nationen am Sozial-Gipfel in Genf, der sogenannten Versammlung „Kopenhagen + 5“. Der Text ist erhältlich in französisch, englisch, spanisch und chinesisch.

Im Anschluss an die Brüsseler Konferenz der Vereinigten Nationen über die am wenigsten entwickelten Länder, veranstaltete das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ ein Seminar im Oktober 2001 in Adis Abeba. Dies geschah am Sitz der afrikanischen Wirtschaftskommission (CEA) mit den afrikanischen Mitgliedern des Lebret-Netzwerkes. Die Diskussion unter den Teilnehmern und in Gegenwart von Vertretern der UNCTAD, des Internationalen Arbeitsamtes und der afrikanischen Wirtschaftskommission suchte nach Mitteln für die Zivilgesellschaft, gegen die Armut anzugehen und die Einflussmöglichkeit der Zivilgesellschaft zu erhöhen. Der Bericht „Zivilgesellschaft, Lokalentwicklung und Globalisierung, am Beispiel der PMA“ ist zweisprachig (französisch/englisch) erschienen und stellt ein Instrument dar, das diese Ausrichtung befestigt.

Eine weitere Praxisforschung wurde in den Jahren 2000/2001 durchgeführt mit 12 Teilnehmern (5 aus Afrika, 3 aus Asien und 4 aus Zentral- und Südamerika). Sie tauschten ihre Erfahrungen aus zum Thema „Demokratie und die Entwicklung der Lokalwirtschaft“. Dabei fragten sie sich, „inwieweit können die Erfahrungen der Länder des Südens die Politik und die Praxis der Lokalwirtschaft in Frankreich, beziehungsweise dem Westen allgemein beeinflussen“. Der Bericht „Lokale Implikation und politische Teilnahme“ (französisch) gibt darüber Auskunft.

Die Publikation „Développement et civilisations“ (Entwicklung und Zivilisationen)

Monatlich (eigentlich zehnmal im Jahr) erscheint ein Text von 4 bis 8 Seiten unter dem Titel „Développement et civilisations“ und das seit September 1972. Im Januar 2002 zählt man die dreihunderste Nummer. Die Auflage beträgt 2000 Exemplare und erreicht Personen und Institutionen in 96 Ländern. Gewisse Texte werden teilweise oder ganz in verschiedenen ausländischen Zeitschriften reproduziert.

„Développement et civilisations“ gibt bewusst das Wort an nach Herkunft und Wirkungsfeld ganz verschiedenen Autoren, die Sozialarbeit leisten, Forscher oder Theologen sind, als Zeugen gelten können, etc.. Dabei kommen auch jene zu Wort – oft aus den Ländern des Südens – die so wenig oder keine Gelegenheit hätten, auf internationalem Niveau ihre Gedanken einbringen zu können : also lieber das Wort geben als für sie sprechen.

In den Jahren 1998 bis 2002 hat sich das Blatt bemüht, eine Art Bestandesaufnahme zum Thema der Globalisierung und zu den positiven und negativen Auswirkungen davon zu machen. Seit 2001 versuchen die Beiträge die Unterschiede nachzuzeichnen, die durch die gegenwärtige Globalisierung die Menschen und Gesellschaften betreffen. Dabei entsteht ein kulturelles Mosaikwerk, das sich vom Einheitsdenken unterscheidet. Im Jahr 2002 erhält der „Dialog der Kulturen“ erneut vermehrt Raum, damit der „Schock der Kulturen“ nicht die Oberhand erhält.

Weitere Tätigkeiten

Das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ unterstützt einige – bewusst begrenzte - lokale Initiativen, die dazu beitragen, das Netzwerk zu erweitern. Wir erwähnen :
- den Aufbau eines Entwicklungszentrums in Baucau / Timor Lorosae
-  das Projekt von Ausbildern in Haiti
-  die Unterstützung des Ausbildungsprogramms in der Diözese in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam.

Durch die Teilnahme an solchen Projekten bleibt das Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed in seinem analytischen Blick aktuell.

Der Betrieb des „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“

Das „Centre Développement et Civilisations - Lebret-Irfed“ arbeitet mit einer kleinen Gruppe von Angestellten, die 300 % ausmachen und vom Direktor geleitet werden. Dieses kleine Team teilt solidarisch die Orientierungen und die Ausrichtungen, die die Arbeit mit sich bringt.

Alle Angestellten sind mindestens dreisprachig (französisch, englisch, spanisch).

Jeder ist beauftragt mit
-  einer geografischen Region (Asien, Afrika, Lateinamerika)
-  einer thematischen Ausrichtung oder der Publikation „Glaube und Entwicklung“
-  Aufgaben im administrativen Bereich.

Ein grosser Teil der konzeptuellen Arbeit, der Produktion der Dokumente, der Publikationen und ein Teil des Zentralsekretariates (z.B. der Versand von „Glaube und Entwicklung“) geschieht durch Freiwillige.

Die Generalversammlung (alle zwei Jahre) und der Verwaltungsrat, den die Generalversammlung designiert, bringen die Personen der verschiedenen Kontinente zusammen : Kein Wunder, dass die physische Anwesenheit jeweils ein Problem darstellt ! Gemäss Statuten tagen alle zwei Jahre die Generalversammlung und der Verwaltungsrat. Aber das „Centre Lebret“ möchte möglichst oft die verschiedenen Verantwortlichen konsultieren. Deshalb organisiert es die Arbeit so, dass die verschiedenen Entscheide eng mit der Meinungsbildung der verschiedenen Kontinente zusammenfallen. Reist ein Mitglied nach Paris, gibt das Anlass eine informelle Sitzung zu veranstalten. Die geografische Distanz der Personen wird gemildert durch die nun allgemein verbreitete Möglichkeit, sich per Internet mitzuteilen einerseits und durch die Einberufung einer Pilotgruppe, die den Direktor berät und die Vorlagen für den Verwaltungsrat vorbereitet.


Suivre la vie du site RSS 2.0 | Plan du site | Contact | Mentions légales | Crédits