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Das Leben des Louis-Joseph Lebret

JPEG Louis-Joseph Lebret wurde am 26. Juni 1897 in der Bretagne, in Minihic, nicht weit von Saint-Malo geboren und stammte aus einer Seemannsfamilie. Nach dem Besuch einer Schiffsschule nahm er als Marineoffizier am Ersten Weltkrieg im Libanon teil. Allerdings veranlasste ihn seine religiöse Überzeugung aus der Marine auszutreten und so wurde er im Jahre 1923 Dominikaner-Mönch.

Nach seiner theologischen Ausbildung zog es ihn 1929 nach Saint-Malo, wo ihn sein Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Menschen am Meer dazu verleitete, eine gewerkschaftliche Organisation zu gründen, die die Interessen aller französischer Angler und Seefahrer vertreten sollte. Mithilfe von Umfragen konnten diese ihre Probleme und Sorgen äußern, um auf diesem Wege Lösungsansätze zu finden. So ebnete er den Weg zu „Umfragebeteiligungen“ (basierend auf der Methode der Aktionsforschung)

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Im Jahre 1941 schuf er in der Region rund um Lyon die Organisation „Economie et Humanisme“ , die sich der Erforschung von humanitär-sozialen Gegebenheiten in ihrer Komplexität und Gesamtheit widmete und deren Ziel die Anpassung der Wirtschaft an menschliche Bedürfnisse war. Zusammen mit François Perroux war er Pionier einer revolutionären Anschauungsweise und forderte die Umgestaltung von Landesflächen. Beide waren der Auffassung einer „menschlichen Wirtschaft“ im Hinblick auf den Einzelnen und der Gesamtheit.

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Liban vers 1960 © Copyright 2008 – DCLI

Schon 1947 wurde er nach Brasilien eingeladen und in vergleichbare Projekte einbezogen. Er kehrte einige Male dorthin zurück und wurde von den Vereinten Nationen als wichtiger Experte hinsichtlich der Ungleichheit der Lebensstandards auf der ganzen Welt anerkannt. Diese internationale Anerkennung verhalf ihm im März 1958 zur Gründung von IRFED (Institut International de Recherche et de Formation Education et Développement), deren erklärtes Ziel eine umfassende, harmonische und „selbstangetriebene“ Entwicklung war, um den Übergang von einer menschlichen Wirtschaft zu einer wirtschaftlichen Demokratie zu ermöglichen. IRFED wurde zum „Bildungswerkzeug“ für Entwicklungshelfer, die sich der Aktionsforschung widmeten.

JPEG Während Louis-Joseph Lebret mit einigen Helfern seiner Tätigkeit in Brasilien und andern Ländern Lateinamerikas ( Chile, Kolumbien, Uruguay, Peru, Venezuela…) nachging , wurde er im Oktober 1958 mit der Beratung des senegalesischen Regierungschefs, Mamadou Dia, bezüglich seiner Entwicklungsstrategie beauftragt. Lebret ging für einige Jahre dieser Arbeit nach und fungierte ebenfalls in anderen afrikanischen Ländern.

Zur selben Zeit wurde er zum Berater des libanesischen Präsidenten und seiner Regierung, wobei er stets die religiöse und kulturelle Vielfältigkeit in einem Land wie dem Libanon beachtete. Im Jahre 1960 schuf er auf Anfrage des libanesischen Präsidenten Chehab von 1960 bis 1964 einen landesweiten sozial-ökonomischen Studiengang ( Bericht „Besoins et possibilités de développement du Liban“ und der Entwicklungsplan : 20 Bände).

Des weiteren arbeitete er mit der gleichen Zielsetzung zwischen Januar 1959 und November 1960 im Südvietnam. Die Zeitschrift von IRFED „Développement et Civilisations“, dessen Titel den Ambitionen des Teams Lebret entsprach , trug zum Ideen- und Erfahrungsaustausch bei.

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L-J Lebret et Paul VI vers 1960 © Copyright 2008 – DCLI

Parallel zu diesen Tätigkeiten wurde L.-J. Lebret von Papst Paul VI zu einer äußerst bedeutenden Audienz gebeten und zum Experten des zweiten Vatikankonzils ernannt. In der Folge inspirierte er zu einem großen Teil die Enzyklika über die Entwicklung der Menschen („Populorum progressio“ aus dem Jahre 1967). Als Vertreter des Papstes wurde er zur ersten Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen geschickt, die 1965 in Genf stattfand. Er starb am 20. Juli 1966 in Paris.




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Unesco vers 1965 © Copyright 2008 – DCLI


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